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Backnang: „Jens Reinert – Radikal Normal“

Pressemeldung vom 18. November 2015, 14:25 Uhr

Ausstellungseröffnung am Freitag, 20. November, in der Galerie der Stadt Backnang
Ab Samstag, 21. November präsentiert die Galerie der Stadt Backnang aktuelle Gemälde, Plastiken und Zeichnungen des Berliner Künstlers Jens Reinert. Die Motive für seine Werke findet der Künstler auf ausgedehnten Streifzügen durch deutsche Städte. Als Chronist der unsichtbaren, dem Passanten zumeist verborgen bleibenden Teil der Städte, richtet der Künstler seine Aufmerksamkeit auf Un-Orte, das heißt auf Architekturen und Verkehrsbauwerke, die rein dienende Funktionen übernehmen. Oftmals aus normierten Fertigbauteilen zusammengesetzt, sind diese Bauten genauso auch anderenorts zu finden und taugen damit als allgemeingültige Chiffren großstädtischen Lebens. Mit einem Satz: Jens Reinerts Bildmotive sind auf eine bestechende Art radikal normal. In seinen aktuellen plastischen Arbeiten gräbt sich Jens Reinert tief in die verborgenen Strukturen der Städte hinein. Er löst Siedlungsbauten oder Unterführungen, Brücken, Tunnel, Durchgänge oder Parkdecks aus ihrem städtebaulichen Kontext heraus und präsentiert sie, maßstäblich stark verkleinert, als in sich ruhende Körper von großer formaler Strenge. En miniature wirken die – im Alltagsleben oft als bedrohlich oder unangenehm wahrgenommenen – Bauten funktionslos schön und erinnern an Werke der Minimal Art.
Auf diese Art ermöglicht Reinert dem Betrachter eine neue Wahrnehmung der Bauwerke, die im alltäglichen Gebrauch zumeist gar nicht mehr auffallen und von den Nutzern schlichtweg als gegeben hingenommen werden. Dabei sind es gerade diese unspektakulären „Grauen Architekturen“, die das Gesamtbild der Stadt und nicht zuletzt auch das von ihr vermittelte Lebensgefühl in einem ganz erheblichen Maße mitprägen. In seiner Malerei erkundet Jens Reinert den urbanen Raum aus einer anderen Perspektive. Protagonisten der immer menschenleeren Szenerien sind die Fassaden von Siedlungsbauten oder Straßenzüge und Hinterhöfe in den unspektakulären Wohn- und Gewerbegebieten der Städte. Anders als bei den die Bauformen sezierenden Plastiken, spielt in der Malerei die Farbgebung der Architektur und das angrenzende, rahmende Grün eine entscheidende Rolle für die Bildkomposition. Die bewusst miteinbezogene Natur wirkt dabei wie ein Kameraobjektiv, das jeweils nur einen Teil der Gesamtarchitektur preisgibt, dafür aber die Konzentration zu schärfen vermag.Der Eintritt in die Ausstellung ist frei. Zur Ausstellungseröffnung am Freitag, 20. November, begrüßt Stadträtin Dr. Ute Ulfert. Simone Scholten führt in die Ausstellung ein. Weitere Informationen gibt es unter www.galerie-der-stadt-backnang.de.
Am Samstag, 21.November, von 11.30 bis 13.00 Uhr beleuchtet das Podiumsgespräch „Backnang Urban“ den öffentlichen Stadtraum in Backnang. Das Podium ist mit dem Künstler Jens Reinert, dem Leiter des Kultur- und Sportamts Martin Schick sowie mit dem Leiter Stadtplanungsamt Stefan Setzer besetzt. Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit der VHS Backnang statt. Am Samstag, 23. Januar 2016, findet von 10.00 bis 13.00 Uhr die Kunstaktion „Mit anderen Augen“ für Kinder von 6 bis 10 Jahren unter Leitung von Barbara Kastin statt. Eine Anmeldung ist erforderlich unter der Telefonnummer 07191 340700.

Quelle: Stadt Backnang

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