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Backnang: Backnang Urban – Podiumsgespräch zur Gestaltung des öffentlichen Stadtraumes in der Murr-Metropole

Pressemeldung vom 24. November 2015, 15:25 Uhr

„Backnang ist eine abwechslungsreiche Stadt, die einen optisch zufrieden stellt und ich habe den Eindruck gewonnen, dass sich die Backnanger stark mit ihrer Stadt identifizieren“, so das Eingangsstatement des Berliner Künstlers Jens Reinert bei der Veranstaltung „Backnang urban – ein Podiumsgespräch zur Gestaltung des öffentlichen Stadtraumes in der Murr-Metropole“ in der Galerie der Stadt Backnang. Eingeladen hatten die Volkshochschule und die Galerie der Stadt Backnang; auf dem Podium saßen Stefan Setzer, Leiter des Stadtplanungsamtes und Galerieleiter und Leiter des Kultur- und Sportamtes Martin Schick, moderiert wurde das Gespräch von Friederike Fleischmann, Abteilungsleiterin an der VHS.
Mit der Einweihung des Bildungshauses im September ist die VHS näher an die Innenstadt gerückt und bereichert nun in vielfältiger Form das Innenstadtleben. Entstanden ist eine „Kulturmeile“, die sich vom Bahnhof über Bürgerhaus, Bildungshaus, Bandhaustheater, Heimat- und Kunstverein, Graphikkabinett, Backnanger Künstlergruppe, Jugendmusikschule, Puppentheater bis zur Galerie zieht. Diese Kulturmeile gilt es weiter aufzuwerten. „Ankommen in Backnang“, der Bahnhof und das Bahnhofsareal wurden schnell als unattraktiv und verbesserungswürdig ausgemacht. Jens Reinert nahm den Bahnhof gar als S-Bahn Haltestelle wahr. Stefan Setzer führte aus, dass im Moment konkrete Überlegungen dazu angestellt werden, wie der Backnanger Bahnhof und sein Umfeld künftig aussehen könnten und damit endlich ihrer verkehrlichen und städtebaulichen Bedeutung gerecht würden. In diesem Zusammenhang wies er aber auch auf die Grenzen der finanziellen städtischen Möglichkeiten und das fehlende Engagement der Bahn hin, mehr für ihre Fahrgäste zu tun, als unbedingt notwendig.
Martin Schick erläuterte die Bedeutung des Kunst- und Kulturangebots für die Belebung der Innenstadt. Die Museen am Stiftshof, aber auch das Backnanger Bürgerhaus sind zunächst Kulturangebote, die als Orte des Kunstgenusses ein Eigenleben führen. Sie möglichst qualitätsvoll und als echte Bereicherung für die Lebensqualität in Backnang zu gestalten, ist eine vordringliche Aufgabe der Kulturverwaltung. Sie sind aber auch Frequenzbringer für die Innenstadt, die zunehmend besser und positiver wahrgenommen werden. Die Kulturmeile hat in den vergangenen Jahren, jüngst durch das neue Bildungshaus, eine Vitalisierung erfahren. Durch die geplanten Änderungen der Gestaltung der Engelkreuzung wird diese weiter gestärkt; eine passende Optik kann den positiven Eindruck verstärken, um die von Jens Reinert genannte „optische Zufriedenheit“ zu verwirklichen. Wünschenswert sind weitere gestalterische Maßnahmen zur Aufwertung der Kulturmeile zwischen Bürgerhaus und Stiftshof. Wenn die Bildende Kunst hier, etwa durch ein Kunstwerk im öffentlichen Raum im Bereich Engelkreuzung, etwas zur Gestaltung der Kulturmeile beitragen kann, wäre das ebenfalls passend und wünschenswert. Es gibt in Backnang viele Tagestouristen, mit dem Auto oder mit der S-Bahn vom Bahnhof her kommend, aber auch Radtouristen, die sich die Innenstadt anschauen und die Kulturangebote wahrnehmen. Hier ist in den letzten Jahren viel geschehen, was Backnang urbaner, schöner und attraktiver macht und dazu ermuntert, weiter nach Verbesserungen im Stadtbild zu suchen. Ein erster Hinweis auf die zu erwartende gestalterische Qualität der Kulturmeile wird die Neugestaltung der sogenannten „Engelkreuzung“ geben, also der Bereich zwischen Café Rilke, der Buchhandlung Kreutzmann und dem Schillerplatz.
Einen breiten Raum in der Diskussion nahm auch die Qualität der Innenstadt ein. Grundsätzlich sind die Innenstädte einem starken strukturellem Wandel ausgesetzt. Gründe dafür sind der demografische Wandel, das geänderte Einkaufsverhalten durch den Onlinehandel und die Zuwanderung. Diese Prozesse gilt es zu begleiten durch die Gestaltung der öffentlichen Räume. „Backnang ist eine Stadt am Fluss“ wurde von verschiedenen Seiten festgestellt. Mit der Aufwertung der Bleichwiese ist es gelungen, den Fluss besser in Szene zu setzen, aber „wie kann die Murr noch besser in das Stadtbild integriert werden?“ Das neue Gebäude an der Aspacher Brücke mit einer Terrasse über der Murr, Pläne zu einem Radweg entlang der Murr der von der Quelle bis zur Mündung den Fluss begleitet, die Neugestaltung des Annonay Gartens bieten dazu Ansätze. Und überhaupt – es muss nicht immer alles durchgeplant sein, so eine Meinung im Publikum, „wenn ich im Graben bin, wo Verkehr, Fußgänger, Gastronomie und alles etwas durcheinander ist, das ist für mich urbanes Leben.“

Quelle: Stadt Backnang

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