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Aalen: Württembergische Landesbühne Esslingen gastiert mit Heinrich Manns „Der Untertan“ in der Aalener Stadthalle

Pressemeldung vom 15. Oktober 2014, 16:22 Uhr

Im September brachte Christof Küster den berühmten Roman von Heinrich Mann in einer Theaterfassung auf die Bühne in Esslingen. Am Freitag, 28. November 2014 um 20 Uhr gastiert die Württembergische Landesbühne Esslingen (WLB) damit in Aalen. Zuvor ist der neue Intendant Friedrich Schirmer am Samstag, 22. November zu Gast im Aalener Theater. In der Veranstaltungsreihe „Theater trifft….“ spricht Intendant Tonio Kleinknecht mit seinem Esslinger Kollegen über das Theater, über aktuelle Inszenierungen und Themen. Die Veranstaltung im Alten Rathaus beginnt um 18 Uhr.

Mit bissiger Ironie persifliert Heinrich Mann den Prototyp des deutschen Bürgers in der wilhelminischen Gesellschaft. Der nach seiner Veröffentlichung 1919 heftig diskutierte Roman veranschaulicht, welche Geisteshaltung Deutschland zunächst in den verhängnisvollen Ersten Weltkrieg und später in den Nationalsozialismus trieb. „Dieses Buch wurde im Juli 1914 vollendet“, schrieb Heinrich Mann im Vorwort seines „Untertans“ – es hätte wohl auch hundert Jahre später geschrieben werden können.

Vom ängstlichen Kind zum Mitläufer
Dieterich Heßling war ein weiches und verträumtes Kind, das sich vor allem fürchtete. Er ist einer von vielen. Er weiß das und er will es nicht anders. Der Sohn eines Papierfabrikanten wird im kleinen Netzig groß und lernt schon als kleines Kind, auch Situationen unangenehmster Art zu seinem eigenen Vorteil umzumünzen. Zugleich unterwirft er sich lustvoll jeder Obrigkeit – ob Vater, Lehrer oder Offizier. Er wird Student im großen Berlin, das ihm eigentlich zu groß ist und Angst macht. Er schließt sich den Korpsstudenten an, Berlin wird überschaubar. Er dient, macht seinen Doktor. Warum, weiß niemand außer ihm. Denn ohnehin steht fest: Er wird die väterliche Fabrik übernehmen. Und natürlich heiraten. Zum Glück: reich. Der Hochzeit folgen Kinder. Alle Pflichten sind erfüllt.

Und nun? Nichts. Und niemand, den das interessiert, weil es allen ähnlich geht. Diederich Heßling ist umgeben von anderen Diederich Heßlings, feigen Menschen
ohne Zivilcourage, Mitläufern und Konformisten, die Obrigkeitshörigkeit mit eigener Macht verwechseln. Menschen, die Halt und Orientierung nur in Institutionen und vorgegebenen Strukturen finden, weil ihnen Mut und Fantasie fehlen, um außerhalb des Systems etwas zwischen Schwarz und Weiß zu denken.

Karten für die Abendvorstellung in der Aalener Stadthalle am Freitag, 28. November um 20 Uhr gibt es im Touristik-Service Aalen, Tel: 07361 522359 und im Internet unter www.reservix.de

Quelle: Presseamt der Stadt Aalen

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