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Aalen: Homo Faber im Theaterring Aalen – Theater Lindenhof bringt Frisch-Roman auf die Bühne

Pressemeldung vom 14. Dezember 2015, 15:58 Uhr

Mit einer Abendvorstellung am 13. Januar 2016 um 20 Uhr und einer Schulvorstellung am 14. Januar gastiert das Theater Lindenhof mit dem Klassiker „Homo Faber“ von Max Frisch in der Aalener Stadthalle. Der Roman von 1957 ist Abiturthema und zeitlos aktuell. Die Inszenierung des Stuttgarter Regisseurs Christoph Küster hält sich dicht an den Originaltext und konzentriert sich auf die Innenwelt Fabers, in die der Zufall, das Ungeplante eindringt.

„Ich glaube nicht an Fügung und Schicksal, als Techniker bin ich gewohnt, mit den Formeln der Wahrscheinlichkeit zu rechnen“ – so beschreibt die Hauptfigur Walter Faber seine Sicht auf die Welt. Entgegen aller Wahrscheinlichkeit aber begegnet er dem Unvorhersehbaren, das seine Gefühle und seinen Verstand verwirrt: Durch eine Kette von Zufällen lernt er die junge Sabeth kennen, die zu seinem Schicksal wird. Faber verliebt sich und beginnt mit ihr eine Reise durch Europa. Er ahnt, was er nicht wissen will: dass sie seine Tochter ist. Ihr überraschender Tod erschüttert sein Weltbild. Faber scheitert
schließlich an der Unberechenbarkeit des Lebens, das ihn mit seiner Schuld und der eigenen Sterblichkeit konfrontiert.

Rückblickend erzählt Walter Faber die Chronologie der Ereignisse. Durch die Stimmen der anderen Figuren, die ihn entlarven, sein verfehltes Leben aufdecken und ihn unbarmherzig durch die letzten Monate seines Lebens treiben, wird die Diskrepanz zwischen Fabers Selbstsicht und der Wirklichkeit dem Zuschauer vor Augen geführt. Diesem Erkenntnisprozess haften – aller Tragik zum Trotz – zuweilen auch komische Züge an. Die inneren Stimmen lassen den Technikgläubigen schließlich verstummen und führen den Menschen Walter Faber
zur Annahme seines Schicksals.

Das Hamburger Abendblatt schreibt über das Bühnenstück: „Eines muss man vorweg sagen: Solange es solche Theater gibt, ist Deutschland nicht verloren. Kultur lebt überall. Drei ziemlich tolle Schauspieler zeigen eine ziemlich tolle Inszenierung.“

Dafür hat das Melchinger Theater Lindenhof den begehrten MONICA-BLEIBTREU-PREIS erhalten. In ihrer Begründung hob die Jury das „konzentrierte Ensemblespiel“ hervor und betonte, dass es mit „großer sprachlicher Präzision“ gelungen sei, „die zeitlosen Themen des Romans von 1957 in unsere heutigen Tage zu übertragen“.

Karten für die Abendvorstellung sind im Vorverkauf in der Tourist-Information Aalen, Telefon: 07361 52-2358 oder im Internet unter www.reservix erhältlich. Schulklassen melden sich bitte in der Vorverkaufsstelle an.

Quelle: Presseamt der Stadt Aalen

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