Energiewechsel

Aalen: Aalener Gemeinderat auf Exkursion in Ludwigsburg, Sindelfingen und Tübingen

Pressemeldung vom 24. März 2014, 10:24 Uhr

Nachhaltige Stadtentwicklung war der Themenschwerpunkt einer zweitägigen Exkursion des Aalener Gemeinderates und der Verwaltungsspitze Nach Führungen und intensiven Gesprächen in Ludwigsburg, Sindelfingen und Tübingen kehrte die 45 Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit vielen Eindrücken und Impulsen für Aalen am Freitagabend zurück. Erstes Fazit: eine gute Stadtentwicklung setzt auf Vielfalt, in sozialer wie in funktionaler Hinsicht. Erkenntnisse der Studienfahrt wird der Verwaltungs- und Finanzausschuss in einer Sondersitzung zum Wohnungsbau am 10. April diskutieren und mögliche Schlussfolgerungen für die Aalener Stadtentwicklung ziehen.

„Reisen bildet“ fasste Oberbürgermeister Rentschler am Ende die unterschiedlichen Aspekte des Gesehenen zusammen. Sowohl in Ludwigsburg als auch in Tübingen standen Projekte der Innenentwicklung im Mittelpunkt. Wie können aus ehemaligen Kasernen, Industriebrachen und Militärarealen attraktive, lebenswerte und die Stadtstruktur nachhaltig prägende Quartiere werden? Indem Vielfalt nicht nur zugelassen, sondern gefördert wird, so die Erfahrungen aus Ludwigsburg und Tübingen. Dies wurde beim Stadtrundgang durch Ludwigsburg mit Schwerpunkt Marktplatz, Marstall Center, Wilhelm-Galerie und den prägenden Akademien für Film und für Darstellende Kunst deutlich. Noch intensiver in Tübingen, wo auf Konversionsflächen ganz unterschiedlich strukturierte Quartiere entstanden sind wie das Französische Viertel, Loretto, das Mühlenviertel und die Alte Weberei. „Nur durch Eigenerwerb können wir Einfluss auf die Stadtentwicklung nehmen“ erläuterte Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer den Aalener Gästen die erfolgreiche Bodenpolitik der Stadt.

Leben, wohnen und arbeiten in einem Quartier – Baugenossenschaften garantieren Vielfalt

Städtische Grundstücke werden ausschließlich an Baugemeinschaften vergeben, die sich mit einem Konzept bewerben müssen. Inzwischen wurden so mehr als 150 Projekte realisiert mit dem Effekt, dass Menschen gemeinsam ihre Vorstellungen von Leben, Arbeiten und Wohnen in ihrem Quartier verwirklichen, Identität schaffen und Integration und soziale Durchmischung gewährleisten. Gewerbe, Handwerk und Handel im Erdgeschoss, Wohnen darüber, gruppiert um gemeinschaftlich genutzte grüne Innenhöfe mit Spielplätzen und Gärten. Entstanden ist eine Stadt der kurzen Wege. Tübingen setzt auf Innenentwicklung: in den letzten 8 Jahren wurde keine Neubaugebiete mehr erschlossen, obwohl die Universitätsstadt Tübingen (85.000 Einwohner) jährlich um 1000 Einwohner wächst und der Immobilienmarkt stark nachgefragt ist. Das hat ökologische und wirtschaftliche Vorteile. Es ist keine neue Infrastruktur zu finanzieren, „das bringt uns 10 Millionen mehr im Haushalt“ so Palmer. Die Dichte im Französischen Viertel ist drei bis vier Mal so hoch wie in einem Reihenhausquartier, öffentlicher Raum wir gezielt genutzt, indem Straßen zu Spielorten und Innenhöfe zu Wohnzimmern des Quartiers werden. Das Rad- und Fußwegenetz und ein enger ÖPNV-Takt sorgen für eine gute Anbindung der Quartiere. Verdolte Bäche wurden in den neuen Tübinger Quartieren aus ihrem Korsett befreit und als erlebbare Bachläufe integriert.

Brachen sind eine Chance der Stadtentwicklung

„Nachhaltige Stadtentwicklung erfordert manchmal auch den Mut zum Neuanfang“, diesen Eindruck nahm Oberbürgermeister Thilo Rentschler vom Flugfeld in Sindelfingen/Böblingen mit.. Für dieses 80 Hektar große Gelände des ersten Flughafens des Landes und späteren Militärflughafens haben die beiden Städte Sindelfingen und Böblingen im Jahr 2002 einen Zweckverband gegründet. Entstanden ist eine urbane, verdichtete Wohnbebauung, eine grüne Mitte mit einem 1 Kilometer langen See und Sport- und Freizeitflächen und Gewerbeflächen, vorzugsweise nachgefragt von Dienstleistern. Auch ein Ärztehaus hat sich dort etabliert, im Gespräch ist der Neubau einer Klinik. Im alten Hangar bietet „Motor World“ in gläsernen Boxen für 190 Euro pro Monat Garagenplätze für Oldtimer an. Daneben eine Verkaufshalle und kleinere Beriebe und Manufakturen, die ihren Service rund um die automobilen Antiquitäten anbieten.
80 Millionen Euro haben die beiden Städte Sindelfingen und Böblingen für die Konversion vorfinanziert. Aber auch hier, im Speckgürtel von Stuttgart gilt, wie in Tübingen und Ludwigsburg: Brachen sind eine riesige Chance für eine nachhaltige Stadtentwicklung.

Projektarbeit nachhaltige Stadtentwicklung in Ludwigsburg
Mit 70 Kasernenarealen steht die ehemalige Garnisonsstadt Ludwigsburg seit jeher vor der Herausforderung des behutsamen Stadtumbaus. „Jede Brache, die noch nicht entwickelt ist, ist auch nicht falsch entwickelt“, so der Leiter des Referats für Nachhaltige Stadtentwicklung, Albert Geiger. Das Referat, dem die Wirtschaftsförderung, die Abteilung Integrierte Stadtentwicklung, Medien, Statistik und die Abteilung Europa und Energie angehören, bearbeitet die Themen projektorientiert, vernetzt im Querverbund mit den drei Dezernaten der Stadtverwaltung. Die organisatorische Struktur ist eine Chance für die Personalentwicklung der Kommune. Das Referat lebt mit seinen bis zu 60 Beschäftigten den Projektgedanken „Wir sind dann ein gutes Team, wenn alle für das Thema brennen“ so Geiger.

Stadtgeschichte – Kunst und Tourismus unter einem Dach
Interessiert ließ sich die Aalener Delegation in Ludwigsburg auch durch das MIK (Museum .- Information – Kunst) führen. In einem behutsam modernisierten Barockgebäude in der Innenstadt findet sich die Tourist-Information mit Ticketservice, das Ludwigsburg-Museum, der Kunstverein und ein Café unter einem Dach. Besonders die Präsentation der didaktisch hervorragend aufbereiteten Stadtgeschichte im Ludwigsburg Museum kam bei den Aalenern gut an. Das Museum beschreibt drei Jahrhunderte Stadtgeschichte, von der barocken Planstadt bis zur Galerie der Ludwigsburger, die den Bogen in die Gegenwart schlägt. Die museale Aufbereitung bot zahlreiche Anregungen und Denkanstösse für den Aalener Kulturfahrplan und könnte die Diskussion befruchten.

Fotos der Stadt Aalen:
1. Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer mit der Aalener Gruppe im Französischen Viertel.
2. Spielplätze und Gärten in den Tübinger Innenhöfen zur gemeinschaftlichen Nutzung. Baubürgermeister Cord Soehlke führt durch das Französische Viertel.
3. Themen der Stadtgeschichte, anschaulich präsentiert im Ludwigsburg Museum: vom hölzernen Kirchturm bis zur Neon-Leuchtreklame.

(Anhang: PDF)

Stadt Aalen
Marktplatz 30
73430 Aalen
Telefon 07361 52 0
www.aalen.de

Pressemeldung

Aalener Gemeinderat auf
Exkursion in Ludwigsburg,
Sindelfingen und Tübingen

Nachhaltige Stadtentwicklung war der
Themenschwerpunkt einer zweitägigen
Exkursion des Aalener Gemeinderates und der
Verwaltungsspitze Nach Führungen und
intensiven Gesprächen in Ludwigsburg,
Sindelfingen und Tübingen kehrte die 45
Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit vielen
Eindrücken und Impulsen für Aalen am
Freitagabend zurück. Erstes Fazit: eine gute
Stadtentwicklung setzt auf Vielfalt, in sozialer
wie in funktionaler Hinsicht. Erkenntnisse der
Studienfahrt wird der Verwaltungs- und
Finanzausschuss in einer Sondersitzung zum
Wohnungsbau am 10. April diskutieren und
mögliche Schlussfolgerungen für die Aalener
Stadtentwicklung ziehen.

„Reisen bildet“ fasste Oberbürgermeister Rentschler am
Ende die unterschiedlichen Aspekte des Gesehenen
zusammen. Sowohl in Ludwigsburg als auch in
Tübingen standen Projekte der Innenentwicklung im
Presse- und
Informationsamt

Ihr/e Gesprächspartner/in
Uta Singer
presseamt@aalen.de
Zimmer-Nr.
142
Telefon
07361 52 1142
Telefax
07361 52 3143
Presse-Nr.
153
Datum
24.03.2014

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Mittelpunkt. Wie können aus ehemaligen Kasernen,
Industriebrachen und Militärarealen attraktive,
lebenswerte und die Stadtstruktur nachhaltig prägende
Quartiere werden? Indem Vielfalt nicht nur zugelassen,
sondern gefördert wird, so die Erfahrungen aus
Ludwigsburg und Tübingen. Dies wurde beim
Stadtrundgang durch Ludwigsburg mit Schwerpunkt
Marktplatz, Marstall Center, Wilhelm-Galerie und den
prägenden Akademien für Film und für Darstellende
Kunst deutlich. Noch intensiver in Tübingen, wo auf
Konversionsflächen ganz unterschiedlich strukturierte
Quartiere entstanden sind wie das Französische Viertel,
Loretto, das Mühlenviertel und die Alte Weberei. „Nur
durch Eigenerwerb können wir Einfluss auf die
Stadtentwicklung nehmen“ erläuterte Tübingens
Oberbürgermeister Boris Palmer den Aalener Gästen die
erfolgreiche Bodenpolitik der Stadt.

Leben, wohnen und arbeiten in einem Quartier –
Baugenossenschaften garantieren Vielfalt

Städtische Grundstücke werden ausschließlich an
Baugemeinschaften vergeben, die sich mit einem
Konzept bewerben müssen. Inzwischen wurden so mehr
als 150 Projekte realisiert mit dem Effekt, dass Menschen
gemeinsam ihre Vorstellungen von Leben, Arbeiten und
Wohnen in ihrem Quartier verwirklichen, Identität
schaffen und Integration und soziale Durchmischung

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gewährleisten. Gewerbe, Handwerk und Handel im
Erdgeschoss, Wohnen darüber, gruppiert um
gemeinschaftlich genutzte grüne Innenhöfe mit
Spielplätzen und Gärten. Entstanden ist eine Stadt der
kurzen Wege. Tübingen setzt auf Innenentwicklung: in
den letzten 8 Jahren wurde keine Neubaugebiete mehr
erschlossen, obwohl die Universitätsstadt Tübingen
(85.000 Einwohner) jährlich um 1000 Einwohner wächst
und der Immobilienmarkt stark nachgefragt ist. Das hat
ökologische und wirtschaftliche Vorteile. Es ist keine
neue Infrastruktur zu finanzieren, „das bringt uns 10
Millionen mehr im Haushalt“ so Palmer. Die Dichte im
Französischen Viertel ist drei bis vier Mal so hoch wie in
einem Reihenhausquartier, öffentlicher Raum wir gezielt
genutzt, indem Straßen zu Spielorten und Innenhöfe zu
Wohnzimmern des Quartiers werden. Das Rad- und
Fußwegenetz und ein enger ÖPNV-Takt sorgen für eine
gute Anbindung der Quartiere. Verdolte Bäche wurden
in den neuen Tübinger Quartieren aus ihrem Korsett
befreit und als erlebbare Bachläufe integriert.

Brachen sind eine Chance der Stadtentwicklung

„Nachhaltige Stadtentwicklung erfordert manchmal
auch den Mut zum Neuanfang“, diesen Eindruck nahm
Oberbürgermeister Thilo Rentschler vom Flugfeld in
Sindelfingen/Böblingen mit.. Für dieses 80 Hektar große
Gelände des ersten Flughafens des Landes und späteren

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Militärflughafens haben die beiden Städte Sindelfingen
und Böblingen im Jahr 2002 einen Zweckverband
gegründet. Entstanden ist eine urbane, verdichtete
Wohnbebauung, eine grüne Mitte mit einem 1 Kilometer
langen See und Sport- und Freizeitflächen und
Gewerbeflächen, vorzugsweise nachgefragt von
Dienstleistern. Auch ein Ärztehaus hat sich dort
etabliert, im Gespräch ist der Neubau einer Klinik. Im
alten Hangar bietet „Motor World“ in gläsernen Boxen
für 190 Euro pro Monat Garagenplätze für Oldtimer an.
Daneben eine Verkaufshalle und kleinere Beriebe und
Manufakturen, die ihren Service rund um die
automobilen Antiquitäten anbieten.
80 Millionen Euro haben die beiden Städte Sindelfingen
und Böblingen für die Konversion vorfinanziert. Aber
auch hier, im Speckgürtel von Stuttgart gilt, wie in
Tübingen und Ludwigsburg: Brachen sind eine riesige
Chance für eine nachhaltige Stadtentwicklung.

Projektarbeit nachhaltige Stadtentwicklung in
Ludwigsburg
Mit 70 Kasernenarealen steht die ehemalige
Garnisonsstadt Ludwigsburg seit jeher vor der
Herausforderung des behutsamen Stadtumbaus. „Jede
Brache, die noch nicht entwickelt ist, ist auch nicht
falsch entwickelt“, so der Leiter des Referats für
Nachhaltige Stadtentwicklung, Albert Geiger. Das
Referat, dem die Wirtschaftsförderung, die Abteilung

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Integrierte Stadtentwicklung, Medien, Statistik und die
Abteilung Europa und Energie angehören, bearbeitet die
Themen projektorientiert, vernetzt im Querverbund mit
den drei Dezernaten der Stadtverwaltung. Die
organisatorische Struktur ist eine Chance für die
Personalentwicklung der Kommune. Das Referat lebt mit
seinen bis zu 60 Beschäftigten den Projektgedanken
„Wir sind dann ein gutes Team, wenn alle für das Thema
brennen“ so Geiger.

Stadtgeschichte – Kunst und Tourismus unter einem
Dach
Interessiert ließ sich die Aalener Delegation in
Ludwigsburg auch durch das MIK (Museum .-
Information – Kunst) führen. In einem behutsam
modernisierten Barockgebäude in der Innenstadt findet
sich die Tourist-Information mit Ticketservice, das
Ludwigsburg-Museum, der Kunstverein und ein Café
unter einem Dach. Besonders die Präsentation der
didaktisch hervorragend aufbereiteten Stadtgeschichte
im Ludwigsburg Museum kam bei den Aalenern gut an.
Das Museum beschreibt drei Jahrhunderte
Stadtgeschichte, von der barocken Planstadt bis zur
Galerie der Ludwigsburger, die den Bogen in die
Gegenwart schlägt. Die museale Aufbereitung bot
zahlreiche Anregungen und Denkanstösse für den
Aalener Kulturfahrplan und könnte die Diskussion
befruchten.

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Fotos der Stadt Aalen:
1. Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer mit
der Aalener Gruppe im Französischen Viertel.
2. Spielplätze und Gärten in den Tübinger
Innenhöfen zur gemeinschaftlichen Nutzung.
Baubürgermeister Cord Soehlke führt durch das
Französische Viertel.
3. Themen der Stadtgeschichte, anschaulich
präsentiert im Ludwigsburg Museum: vom
hölzernen Kirchturm bis zur Neon-
Leuchtreklame.

Quelle: Presseamt der Stadt Aalen

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